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E2E-Parameter: Datenbasierte Prozessführung entlang überbetrieblicher Prozessketten

  • Produkteigenschaften werden entlang industrieller Prozessketten lediglich stichprobenartig kontrolliert, sodass der genaue Zustand jedes einzelnen Produkts nicht bekannt ist. Dies bringt Einschränkungen, wie beispielsweise sehr eng gefasste Toleranzen seitens des Kunden mit sich, die bereits früh in der Prozesskette zu Ausschuss führen können. Außerdem können die Produkteigenschaften nicht in der Auslegung der Fertigungsprozesse verwendet werden, sodass eine Reaktion auf Abweichungen zur Prävention von Ausschuss nicht möglich ist. Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es daher, eine modellbasierte Vorhersage der Eigenschaften jedes einzelnen Produkts zu etablieren, um nachfolgende Prozesse basierend auf der Kenntnis des genauen Produktzustands auslegen zu können. Dadurch sollen Produktspezifikationen weniger restriktiv ausgelegt werden können und Ausschuss durch eine adaptive Prozessführung verringert werden. Ein weiteres Ziel ist es, die Übertragung der relevanten Daten zu untersuchen und eine Datenplattform zu konzipieren, die eine gesicherte und standardisierte Weitergabe der Produktinformationen vom Zulieferer zum Kunden ermöglicht. Zur Umsetzung des Forschungsvorhabens wurde zunächst eine Testumgebung inklusive einer Modellprozesskette am IBF eingerichtet, die zwei virtuelle Unternehmen repräsentiert. Das erste Unternehmen befasst sich mit dem Kaltwalzen und fungiert als Zulieferer, während das zweite Unternehmen die vom ersten Unternehmen erhaltenen Bleche zu Kreuznäpfen umformt und als Kunde fungiert. Durch das Umformen von Blechen mit unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften trotz gleicher Spezifikation unter Verwendung einer Standard-Tiefziehprozessführung wurde zunächst der Einfluss von Eigenschaftsschwankungen des Eingangsmaterials auf die resultierenden Kreuznapfeigenschaften untersucht. Im zweiten Schritt wurde eine simulationsbasierte Prozessauslegung genutzt, um auf diese Schwankungen adaptiv zu reagieren und die Schwankungen der resultierenden Kreuznapfeigenschaften möglichst gering zu halten. Zuletzt wurde vom ersten Unternehmen Kaltband produziert, welches bewusst außerhalb der Produktspezifikation lag. Auch hier konnte gezeigt werden, dass durch eine adaptive Prozessauslegung trotz unzulässigem Eingangsmaterial Gutteile erzeugt werden können und somit Ausschuss vermieden werden kann. Zur Konzeptionierung und Implementierung eines Datenplattformprototyps wurden persönliche Interviews und Umfragen mit Mitgliedern des PA sowie durch eine sorgfältige Literaturrecherche identifizierte Methodiken, die dem Stand der Technik entsprechen, genutzt. Um den unternehmensübergreifenden Datenaustausch für eine große Breite industrieller Unternehmen nutzbar zu machen, wurden darüber hinaus Standardisierungsempfehlungen für die Datenaufnahme, -speicherung und -übertragung erarbeitet. Da im Projekt lediglich eine Modellprozesskette verwendet wurde, ist eine quantitative Beschreibung des Mehrwerts einer überbetrieblichen Datenweitergabe sowie einer modellbasierten, adaptiven Prozessführung schwer umsetzbar. Die entscheidenden Einflussfaktoren und Schlüsselaspekte wurden jedoch herausgearbeitet, sodass die Erkenntnisse durch Unternehmen auf die eigene Prozesskette übertragen werden können und eine Abschätzung des Mehrwerts ermöglicht wird.

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Metadaten
Author:Nilesh Thakare, Jannik Gerlach, Gerhard Hirt, Nikita FjodorovsORCiD, Jokim JanßenORCiDGND, Tobias SchröerORCiDGND
URL:https://www.fir.rwth-aachen.de/forschung/forschungsprojekte/detail/e2e-parameter-21590-n-2
Publisher:FIR e. V. an der RWTH Aachen
Place of publication:Aachen
Document Type:Report
Language:German
Date of Publication (online):2025/07/31
Date of first Publication:2023/06/30
Release Date:2025/08/04
Tag:02; Prozessketten; Stahlindustrie; Überbetrieblicher Datenaustausch
Page Number:XXII, 173 S.
Note:
Ziel des Forschungsprojekts E2E-Parameter war es, Unternehmen einer Liefer- bzw. Prozesskette zu einem überbetrieblichen Datenaustausch zu befähigen.
Nutzen für die Zielgruppe:
Durch Zugriff auf genaue Produkteigenschaften und Spezifikationen der Zwischenprodukte wurde eine Grundlage zur adaptiven Prozessführung gebildet; wurde sichergestellt, dass breitere Toleranzen angewendet werden können; wurde die Anzahl von regelmäßigen Kontrollen verringert; wurde das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Prozessparametern und Produkteigenschaften verbessert.

Somit konnten Kostenersparnisse erreicht, die Flexibilität der Prozesse gesteigert und die Qualität der Produkte erhöht werden.

Laufzeit: 
01.01.2021 – 30.06.2023

Förderkennzeichen:
21590 N / 2

Zuwendungsgeber: 
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Projektträger:
Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF)

Förderhinweis:
Das IGF-Vorhaben 21590 N / 2 der Forschungsvereinigung FIR e. V. an der RWTH Aachen wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Projektpartner:
    Institut für Bildsame Formgebung (IBF) der RWTH Aachen, Aachen
    Advaneo GmbH, Düsseldorf
    AMSIT – Gesellschaft für angewandte Mikrosystemtechnik und Informationstechnologie mbH, Aachen
    Fischer Fertigungstechnik für Metall- und Kunststoffartikel GmbH & Co. KG, Gütersloh
    Graepel Löningen GmbH & Co. KG, Löningen
    GRIS UMFORMTECHNIK, Herscheid
    KODA Stanz- und Biegetechnik GmbH, Holzwickede
    Präschu Umformtechnik – Präzisionsteile Franz Schulz GmbH, Bretzfeld
    ZINQ Technologie GmbH, Gelsenkirchen
Institute / Department:FIR e. V. an der RWTH Aachen
Produktionsmanagement
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 62 Ingenieurwissenschaften
Licence (German):License LogoCreative Commons - CC BY-SA - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International