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Die digitale Transformation verändert grundlegend, wie produzierende Unternehmen IT-Lösungen nutzen, um Prozesse zu optimieren und wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach digitalen Anwendungen, doch der IT-Fachkräftemangel bremst deren Umsetzung. Viele Unternehmen sind stark von ihren IT-Abteilungen abhängig, die unter wachsendem Entwicklungsdruck stehen – mit der Folge, dass digitale Innovationen ins Stocken geraten. Low-Code-Plattformen versprechen Abhilfe, indem sie auch Nicht-IT-Fachkräften ermöglichen, aktiv an der Softwareentwicklung mitzuwirken. Fachabteilungen können so eigenständig digitale Anwendungen erstellen und Prozesse effizienter gestalten. Dennoch bleibt der Einsatz von Low-Code oft auf IT-Abteilungen beschränkt – nicht zuletzt aufgrund von Bedenken hinsichtlich Datensicherheit, Governance und fehlendem Wissen über die konkreten Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie. Diese Dissertation entwickelt ein umfassendes Regelwerk, das produzierende Unternehmen dabei unterstützt, Low-Code gezielt, sicher und effizient zu nutzen. Drei definierte Anwendungsfalltypen schaffen ein besseres Verständnis für die Einsatzmöglichkeiten. Zudem werden elf grundlegende Regeln abgeleitet, die eine strukturierte und sichere Einführung von Low-Code-Plattformen in produzierenden Unternehmen ermöglichen. Durch die Analyse der Zusammenhänge zwischen Anwendungsfällen und Regeln lassen sich spezifische Maßnahmen ableiten, um Low-Code sicher und effektiv einzusetzen. Ergänzend dazu werden 60 praxisnahe Gestaltungsmaßnahmen formuliert, die Unternehmen konkrete Unterstützung bei der erfolgreichen Integration von Low-Code in ihre Prozesse bieten. Dieses Regelwerk hilft produzierenden Unternehmen, die Potenziale von Low-Code voll auszuschöpfen, Abhängigkeiten von der IT zu reduzieren und die digitale Transformation gezielt voranzutreiben.
Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Geschäftswelt rasant und stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Besonders in der produzierenden Industrie wird der Einsatz digitaler Technologien zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Doch mit der Nutzung digitaler Technologien entstehen auch neue Risiken, die produzierende Unternehmen nicht nur in ihrer Funktionalität, sondern auch in der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien berücksichtigen müssen. Die vorliegende Dissertation entwickelt eine Methode zur systematischen Erstellung von Compliance-Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz digitaler Technologien in produzierenden Unternehmen.
Durch eine Delphi-Studie wird erstmals die Relevanz von Compliance für verschiedene digitale Technologien untersucht, und es wird ein innovativer Ansatz zur Ermittlung der erforderlichen Richtlinien entwickelt. Die Methode wird anschließend auf ihre Anwendbarkeit in produzierenden Unternehmen erfolgreich überprüft. Sie liefert als Ergebnis eine unternehmensindividuelle Compliance-Richtlinie, die auf die spezifischen Anforderungen und Risiken des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist.
Mit dieser Methode erhalten produzierende Unternehmen ein wertvolles Werkzeug, um sich proaktiv auf zukünftige regulatorische Anforderungen vorzubereiten und den verantwortungsbewussten Einsatz digitaler Technologien sicherzustellen – noch bevor gesetzliche Regulierungen greifen.
Diese Dissertation untersucht Text-Mining in produzierenden Unternehmen. Trotz seines Potenzials ist Text-Mining in dieser Branche bisher weitgehend ungenutzt geblieben, hauptsächlich aufgrund fehlender interner Fähigkeiten in Mathematik, Statistik und IT. Die Arbeit adressiert zwei zentrale Defizite: die Anforderungsdefinition und die Entwicklung von Text-Mining-Anwendungen. Ziel der Dissertation ist es, diese Defizite zu beheben, indem sie Fachbereiche in der Konzeptions- und Planungsphase unterstützt, aus generischen Anwendungsfällen Text-Mining-Funktionen und dafür relevante Methoden abzuleiten. Sieben Text-Mining-Anwendungsfälle wurden in produzierenden Unternehmen identifiziert und modelliert. Diese Anwendungsfälle umfassen 18 spezifische Text-Mining-Funktionen, die zu fünf abstrakten Text-Mining-Funktionen zusammengefasst wurden: Freitexteingabe unterstützen, Wissen bereitstellen, Information extrahieren, Stimmung bewerten und Text klassifizieren. Aktuelle Text-Mining-Methoden wurden in drei Phasen kategorisiert: Vorverarbeitung, Mining-Analyse und Ergebnisaufbereitung. Die Vorverarbeitung bereitet Texte für die Analyse vor, die Mining-Analyse umfasst Methoden wie Klassifikation und Clustering, und die Ergebnisaufbereitung visualisiert die Ergebnisse. Die Dissertation zeigt anschließend die Wirkungszusammenhänge zwischen den Text-Mining-Funktionen und -Methoden auf, was es produzierenden Unternehmen ermöglicht, geeignete Text-Mining-Methoden zu identifizieren und darauf aufbauend die notwendigen Fähigkeiten für Stellenausschreibungen und Bietergespräche zu definieren. Zwei Fallstudien evaluieren die Ergebnisse und zeigen, dass Text-Mining-Anwendungsfalldiagramme entscheidend zur Vermittlung und Nutzbarmachung von Text-Mining beitragen. Dadurch werden produzierende Unternehmen befähigt, die notwendigen Fähigkeitslücken für die Entwicklung von Text-Mining-Anwendungen zu schließen.
Informationsmodell für Kreislaufstrategien von Investitionsgütern im Maschinen- und Anlagenbau
(2025)
In der Kreislaufwirtschaft spielt der Werterhalt sowohl endlicher als auch erneuerbarer Ressourcen eine zentrale Rolle, indem diese über möglichst lange Zeiträume im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und des Ziels der Europäischen Union, bis 2050 klimaneutral zu werden, steht insbesondere die produzierende Industrie vor der Verpflichtung, ihre Investitionsgüter nachhaltiger und ressourcenschonender einzusetzen. Eine zentrale Herausforderung, der Unternehmen dabei begegnen, ist das begrenzte Angebot an Informationen über gebrauchte und aufbereitete Investitionsgüter, obwohl diese im Vergleich zu Neuprodukten oft günstiger und umweltfreundlicher sind. Ein Lösungsansatz ist der digitale Produktpass, der durch eine verbesserte Digitalisierung von Produktdaten die lückenlose und effiziente Informationsverfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts gewährleisten soll. Dies ist besonders relevant, da bestehende Informationsdefizite zwischen Herstellern und Nutzern die Implementierung von Kreislaufstrategien erheblich erschweren. Obwohl digitale Produktpässe in der wissenschaftlichen Diskussion zunehmend Beachtung finden, fehlt es bislang an klaren, domänenspezifischen Definitionen ihres Inhalts. In der vorliegenden Dissertationsschrift wird ein Modell entwickelt, welches die erforderlichen Informationsbestandteile entlang des Lebenszyklus von Investitionsgütern im Maschinen- und Anlagenbau definiert. Dadurch wird eine Grundlage für die Gestaltung digitaler Produktpässe geschaffen. Im ersten Schritt werden Kreislaufstrategien identifiziert, die für Investitionsgüter im Rahmen digitaler Produktpässe anwendbar sind. Diese Strategien, zusammengefasst unter der Kategorie unternehmensübergreifender Werterhalt, umfassen Reuse, Remanufacturing und Repurposing. Darauf aufbauend wird ein ökosystembasierter Ansatz verwendet, um das Unternehmensnetzwerk zu beschreiben, das am nachhaltigen Lebenszyklus einer Maschine beteiligt ist. Im Rahmen einer Klassifikation wird festgelegt, welche Daten für einen digitalen Produktpass erforderlich sind, um insbesondere die Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Zu den wesentlichen Datenkategorien gehören Produkt-, Nutzungs-, Netzwerk- und Nachhaltigkeitsdaten. Die Ergebnisse dieser Vorarbeiten führen schließlich zu einem Erklärungsmodell, das die Informationsentitäten und das zugrunde liegende Ökosystem integriert und die Verantwortlichkeiten für die Bereitstellung der erforderlichen Daten definiert. Die Validierung des Modells erfolgte anhand von Fallstudien mit den Unternehmen Schaeffler, BMW, Reifenhäuser und PTC, welche die praktische Anwendbarkeit des Modells bestätigten.
Die moderne Arbeitswelt befindet sich im Wandel: Dezentrale Strukturen und flexible Arbeitszeiten gewinnen an Bedeutung, stellen produzierende Unternehmen jedoch vor besondere Herausforderungen. Diese Dissertation widmet sich der Frage, wie Remote-Work in produzierenden Unternehmen zukunftsweisend gestaltet werden kann. Ziel ist die Entwicklung einer praxisnahen Gestaltungsmethode, die maßgeschneiderte Handlungsempfehlungen für die Umsetzung bietet. Im Zentrum steht der Navigator zur Gestaltung von Remote-Work, ein systematisches Fünf-Schritte-Modell, das produzierende Unternehmen befähigt, individuelle Auslöser zu erkennen, remotefähige Tätigkeiten fundiert zu analysieren, geeignete Maßnahmen gezielt auszuwählen und wirkungsorientiert in die Praxis zu überführen. Im Fokus stehen dabei vier zentrale Erkenntnisziele: Erstens wird ein Beschreibungsmodell betrieblicher Gestaltungsparameter entwickelt, strukturiert Entlang der Dimensionen Mensch, Technik, Organisation und Kultur. Zweitens werden remotefähige Tätigkeitsfunktionen und -merkmale identifiziert, basierend auf einer Klassifikation. Drittens werden die Wirkbeziehungen zwischen Gestaltungsparametern und Tätigkeitsmerkmalen erklärt, um zentrale Einflussfaktoren wie Technologieoffenheit, Unternehmenskultur und Führung einzuordnen. Viertens entsteht auf dieser Basis eine ganzheitliche Gestaltungsmethode, der Navigator für Remote-Work, welche sich an bewährten Managementzyklen orientiert und mit der Ableitung und Einordnung unternehmenspezifischer, konkreter Maßnahmen abschließt. Der Navigator wurde in drei Fallstudien bei Industrieunternehmen unterschiedlicher Größe validiert und zeigt eine hohe Praxisrelevanz. Die Dissertation liefert damit nicht nur theoretisch fundierte, sondern auch praxisnahe Antworten auf die Frage, wie Remote-Work im industriellen Kontext erfolgreich umgesetzt werden kann, und bietet Unternehmen ein wirkungsvolles Instrument zur nachhaltigen Transformation ihrer Arbeitswelt. Mit seinem integrativen und evidenzbasierten Ansatz entfaltet der entwickelte Navigator darüber hinaus ein erhebliches Innovationspotenzial: Als systematische Gestaltungsmethode für Remote-Work in produzierenden Unternehmen schließt er eine zentrale Forschungslücke und zeichnet sich durch wissenschaftliche Fundierung sowie praxisnahe Umsetzbarkeit aus.