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Schriftenreihe Rationalisierung

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200
Einsatz von KI-gestützter Computer Vision in Erntemaschinen des Mischkulturanbaus (2026)
Walter, Tim Benedikt
Nachhaltiger wirtschaften, ohne Erträge und Effizienz zu verlieren – diese Doppelanforderung prägt die moderne Landwirtschaft. Der Mischkulturanbau, also der gemeinsame Anbau mehrerer Kulturarten, bietet dafür überzeugende Hebel: bessere Ressourcennutzung, stabilere Böden und mehr Biodiversität bei geringerem Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz. In der industriellen Praxis bleibt das Potenzial jedoch oft ungenutzt, weil die Ernte zum Engpass wird: Konventionelle Maschinen sind für Reinkulturen optimiert und geraten an Grenzen, sobald unterschiedliche Pflanzen gleichzeitig erkannt, getrennt, geerntet und verarbeitet werden müssen. Diese Dissertation adressiert genau diese Lücke. Sie zeigt, wie KI‑gestützte Computer Vision als Schlüsseltechnologie die industrielle Ernte von Mischkulturen ermöglichen kann, und stellt dafür ein praxisorientiertes Bewertungsinstrument für Landmaschinenhersteller, Agrarrobotik‑Teams und Softwareentwickler bereit. Im Zentrum steht eine systematische Technologiebewertung, die die Anforderungen künftiger Mischkultur‑Erntemaschinen transparent macht und Computer‑Vision‑Fähigkeiten gezielt daran spiegelt. Dazu werden zunächst industrielle Mischkultur‑Ernteanwendungsfälle typisiert und in drei Erntetypen überführt. Auf dieser Basis leitet die Arbeit Funktionsstrukturen für Erntemaschinen ab und bewertet sie mithilfe einer Wirkungsmatrix gegenüber vier funktionalen Fähigkeiten der KI‑gestützten Computer Vision. Die Analyse zeigt differenzierte Einsatzpotenziale: Während der Mehrwert bei reinkulturnahen Mischkulturernten begrenzt ist, kann Computer Vision bei segmentierten Polykulturen insbesondere durch optische Sortierung zur Kernfunktion werden. Das größte Potenzial liegt bei hochdiversen Mischkulturen – von präziser Umwelterfassung über autonome Entscheidungen bis zur Koordination kleiner, kooperierender Maschinen. Zwei industrielle Fallstudien belegen die Anwendbarkeit und den Nutzen im Produktentwicklungsprozess: Anforderungen schärfen, Funktionen priorisieren, Technologieoptionen vergleichen und Entwicklungsentscheidungen beschleunigen. Damit liefert die Arbeit einen belastbaren Rahmen, um Innovationen in der Erntetechnik für den Mischkulturanbau systematisch und effizient voranzutreiben. (Quelle: https://www.apprimus-verlag.de/einsatz-von-ki-gestutzter-computer-vision-in-erntemaschinen-des-mischkulturanbaus.html)
199
Softwarelösungen für automatisiertes machinelles Lernen für Prognosen in produzierenden Unternehmen (2026)
Benning, Justus Aaron
In einer Welt, die sich durch eine beispiellose Dynamik in Technologie und Wirtschaft auszeichnet, steht die produzierende Industrie vor der Herausforderung, die Potenziale der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Der Einsatz von automatisiertem maschinellen Lernen (Auto-ML) bietet einen vielversprechenden Ansatz, die Schlüsseltechnologie Künstlicher Intelligenz (KI) gewinnbringend einzusetzen. Trotz der hohen Erwartungen und des potenziellen wirtschaftlichen Wachstums, das KI-Technologien versprechen, zeigen aktuelle Studien, dass der Einsatz von KI in der Produktion hinter anderen Technologien zurückbleibt. Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen an KI und deren tatsächlicher Nutzung in der Fertigung weist auf komplexe Herausforderungen hin, darunter hohe Kosten, ungeeignete IT-Infrastruktur, mangelnde Datenverfügbarkeit und ein Defizit an Fachkräften. Diese Dissertation zielt darauf ab, eine methodische Lösung für die Auswahl von Auto-ML-Softwarelösungen für Prognosen in produzierenden Unternehmen zu entwickeln. Die Arbeit umfasst eine Analyse existierender Auto-ML-Funktionen, eine praxisnahe Identifikation der Anforderungen an ihren Einsatz in der Industrie sowie die Entwicklung eines Prozesses zur systematischen Auswahl von Auto-ML-Softwarelösungen. Dafür werden zudem die Wechselwirkungen zwischen den technischen Möglichkeiten der Softwarelösungen und den spezifischen Bedürfnissen der produzierenden Unternehmen beleuchtet. Das Ergebnis dieser Dissertation stellt eine Ressource für Entscheidungsträger dar, die sich der Herausforderung gegenübersehen, aus einer Vielzahl von Auto-ML-Softwarelösungen die am besten geeignete auszuwählen. Durch die Bereitstellung eines klar definierten Prozesses zur Bewertung und Auswahl von Auto-ML-Softwarelösungen trägt diese Arbeit dazu bei, die Lücke zwischen der technologischen Entwicklung und ihrer praktischen Anwendung in der Fertigungsindustrie zu schließen. In einer Zeit, in der die effiziente Nutzung von Daten und KI-Technologien immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird, leistet diese Dissertation einen Beitrag zur Stärkung der Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit produzierender Unternehmen.
198
Konzeption von bedarfsspezifischen Leistungssystemen für Subskriptionsgeschäftsmodelle im Maschinen- und Anlagenbau (2025)
Holper, Christian Frederic
Der globale Wettbewerb erschwert es Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zunehmend, sich allein über Produkteigenschaften zu differenzieren. Zusätzliche marktbezogene Einflüsse verstärken den Druck, neue Wege zu gehen und den Kunden alternative Lösungen mit neuen Nutzenversprechen anzubieten. Subskriptions-Geschäftsmodelle eröffnen hier vielversprechende Chancen: Durch technologische Fortschritte haben Unternehmen die Möglichkeit, integrierte Leistungssysteme aus Produkt-, Dienst- und Softwareleistungen anzubieten, deren Mehrwert durch die gezielte Verknüpfung der einzelnen Komponenten entsteht. Gleichzeitig schaffen die neuen Geschäftsmodelle die Grundlage für wiederkehrende Umsätze und eine nachhaltige Stärkung der Kundenbeziehungen. Die bedarfsgerechte Konzeption solcher Systeme ist jedoch anspruchsvoll, da häufig sowohl ein klares Verständnis der subskriptionsrelevanten Kundenbedürfnisse als auch eine systemische Sicht auf die Entwicklung integrierter Lösungen fehlt. Dementsprechend verfolgt diese Arbeit das Ziel, Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus praxisnah bei der Konzeption bedarfsspezifischer Leistungssysteme zu unterstützen und so die Umsetzung von Subskriptions-Geschäftsmodellen zu erleichtern. Hierfür wird eine Modellstruktur entwickelt, die zunächst charakteristische Kundentypen identifiziert und relevante Teilleistungen funktional beschreibt. Darauf aufbauend werden beide Ansätze systematisch miteinander verknüpft und bedarfsspezifische Leistungssysteme konzipiert. Abschließend werden die Teilmodelle in ein praxisorientiertes Vorgehensmodell eingebettet, welches den Unternehmen als konkreter Umsetzungsleitfaden dient. Das Ergebnis ist ein aus mehreren Elementen bestehendes Gesamtmodell, das einen strukturierten Ansatz zur Entwicklung bedarfsspezifischer und funktional integrierter Leistungssysteme bietet. So unterstützt diese Arbeit Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus dabei, Subskriptions-Geschäftsmodelle effizienter umzusetzen, bessere Ergebnisse zu erzielen und sich somit nachhaltig im Wettbewerb zu differenzieren.
197
Gestaltung von Remote-Work in produzierenden Unternehmen (2025)
Herkenrath, Clara Ariane
Die moderne Arbeitswelt befindet sich im Wandel: Dezentrale Strukturen und flexible Arbeitszeiten gewinnen an Bedeutung, stellen produzierende Unternehmen jedoch vor besondere Herausforderungen. Diese Dissertation widmet sich der Frage, wie Remote-Work in produzierenden Unternehmen zukunftsweisend gestaltet werden kann. Ziel ist die Entwicklung einer praxisnahen Gestaltungsmethode, die maßgeschneiderte Handlungsempfehlungen für die Umsetzung bietet. Im Zentrum steht der Navigator zur Gestaltung von Remote-Work, ein systematisches Fünf-Schritte-Modell, das produzierende Unternehmen befähigt, individuelle Auslöser zu erkennen, remotefähige Tätigkeiten fundiert zu analysieren, geeignete Maßnahmen gezielt auszuwählen und wirkungsorientiert in die Praxis zu überführen. Im Fokus stehen dabei vier zentrale Erkenntnisziele: Erstens wird ein Beschreibungsmodell betrieblicher Gestaltungsparameter entwickelt, strukturiert Entlang der Dimensionen Mensch, Technik, Organisation und Kultur. Zweitens werden remotefähige Tätigkeitsfunktionen und -merkmale identifiziert, basierend auf einer Klassifikation. Drittens werden die Wirkbeziehungen zwischen Gestaltungsparametern und Tätigkeitsmerkmalen erklärt, um zentrale Einflussfaktoren wie Technologieoffenheit, Unternehmenskultur und Führung einzuordnen. Viertens entsteht auf dieser Basis eine ganzheitliche Gestaltungsmethode, der Navigator für Remote-Work, welche sich an bewährten Managementzyklen orientiert und mit der Ableitung und Einordnung unternehmenspezifischer, konkreter Maßnahmen abschließt. Der Navigator wurde in drei Fallstudien bei Industrieunternehmen unterschiedlicher Größe validiert und zeigt eine hohe Praxisrelevanz. Die Dissertation liefert damit nicht nur theoretisch fundierte, sondern auch praxisnahe Antworten auf die Frage, wie Remote-Work im industriellen Kontext erfolgreich umgesetzt werden kann, und bietet Unternehmen ein wirkungsvolles Instrument zur nachhaltigen Transformation ihrer Arbeitswelt. Mit seinem integrativen und evidenzbasierten Ansatz entfaltet der entwickelte Navigator darüber hinaus ein erhebliches Innovationspotenzial: Als systematische Gestaltungsmethode für Remote-Work in produzierenden Unternehmen schließt er eine zentrale Forschungslücke und zeichnet sich durch wissenschaftliche Fundierung sowie praxisnahe Umsetzbarkeit aus.
196
Text-Mining-Anwendungsfälle in produzierenden Unternehmen (2025)
Clemens, Florian
Diese Dissertation untersucht Text-Mining in produzierenden Unternehmen. Trotz seines Potenzials ist Text-Mining in dieser Branche bisher weitgehend ungenutzt geblieben, hauptsächlich aufgrund fehlender interner Fähigkeiten in Mathematik, Statistik und IT. Die Arbeit adressiert zwei zentrale Defizite: die Anforderungsdefinition und die Entwicklung von Text-Mining-Anwendungen. Ziel der Dissertation ist es, diese Defizite zu beheben, indem sie Fachbereiche in der Konzeptions- und Planungsphase unterstützt, aus generischen Anwendungsfällen Text-Mining-Funktionen und dafür relevante Methoden abzuleiten. Sieben Text-Mining-Anwendungsfälle wurden in produzierenden Unternehmen identifiziert und modelliert. Diese Anwendungsfälle umfassen 18 spezifische Text-Mining-Funktionen, die zu fünf abstrakten Text-Mining-Funktionen zusammengefasst wurden: Freitexteingabe unterstützen, Wissen bereitstellen, Information extrahieren, Stimmung bewerten und Text klassifizieren. Aktuelle Text-Mining-Methoden wurden in drei Phasen kategorisiert: Vorverarbeitung, Mining-Analyse und Ergebnisaufbereitung. Die Vorverarbeitung bereitet Texte für die Analyse vor, die Mining-Analyse umfasst Methoden wie Klassifikation und Clustering, und die Ergebnisaufbereitung visualisiert die Ergebnisse. Die Dissertation zeigt anschließend die Wirkungszusammenhänge zwischen den Text-Mining-Funktionen und -Methoden auf, was es produzierenden Unternehmen ermöglicht, geeignete Text-Mining-Methoden zu identifizieren und darauf aufbauend die notwendigen Fähigkeiten für Stellenausschreibungen und Bietergespräche zu definieren. Zwei Fallstudien evaluieren die Ergebnisse und zeigen, dass Text-Mining-Anwendungsfalldiagramme entscheidend zur Vermittlung und Nutzbarmachung von Text-Mining beitragen. Dadurch werden produzierende Unternehmen befähigt, die notwendigen Fähigkeitslücken für die Entwicklung von Text-Mining-Anwendungen zu schließen.
194
Regelwerk für Low-Code-Anwendungen in produzierenden Unternehmen (2025)
Frings, Kira
Die digitale Transformation verändert grundlegend, wie produzierende Unternehmen IT-Lösungen nutzen, um Prozesse zu optimieren und wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach digitalen Anwendungen, doch der IT-Fachkräftemangel bremst deren Umsetzung. Viele Unternehmen sind stark von ihren IT-Abteilungen abhängig, die unter wachsendem Entwicklungsdruck stehen – mit der Folge, dass digitale Innovationen ins Stocken geraten. Low-Code-Plattformen versprechen Abhilfe, indem sie auch Nicht-IT-Fachkräften ermöglichen, aktiv an der Softwareentwicklung mitzuwirken. Fachabteilungen können so eigenständig digitale Anwendungen erstellen und Prozesse effizienter gestalten. Dennoch bleibt der Einsatz von Low-Code oft auf IT-Abteilungen beschränkt – nicht zuletzt aufgrund von Bedenken hinsichtlich Datensicherheit, Governance und fehlendem Wissen über die konkreten Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie. Diese Dissertation entwickelt ein umfassendes Regelwerk, das produzierende Unternehmen dabei unterstützt, Low-Code gezielt, sicher und effizient zu nutzen. Drei definierte Anwendungsfalltypen schaffen ein besseres Verständnis für die Einsatzmöglichkeiten. Zudem werden elf grundlegende Regeln abgeleitet, die eine strukturierte und sichere Einführung von Low-Code-Plattformen in produzierenden Unternehmen ermöglichen. Durch die Analyse der Zusammenhänge zwischen Anwendungsfällen und Regeln lassen sich spezifische Maßnahmen ableiten, um Low-Code sicher und effektiv einzusetzen. Ergänzend dazu werden 60 praxisnahe Gestaltungsmaßnahmen formuliert, die Unternehmen konkrete Unterstützung bei der erfolgreichen Integration von Low-Code in ihre Prozesse bieten. Dieses Regelwerk hilft produzierenden Unternehmen, die Potenziale von Low-Code voll auszuschöpfen, Abhängigkeiten von der IT zu reduzieren und die digitale Transformation gezielt voranzutreiben.
195
Compliance-Richtlinien für digitale Technologien in produzierenden Unternehmen (2025)
Johanning, Lara
Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Geschäftswelt rasant und stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Besonders in der produzierenden Industrie wird der Einsatz digitaler Technologien zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Doch mit der Nutzung digitaler Technologien entstehen auch neue Risiken, die produzierende Unternehmen nicht nur in ihrer Funktionalität, sondern auch in der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien berücksichtigen müssen. Die vorliegende Dissertation entwickelt eine Methode zur systematischen Erstellung von Compliance-Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz digitaler Technologien in produzierenden Unternehmen. Durch eine Delphi-Studie wird erstmals die Relevanz von Compliance für verschiedene digitale Technologien untersucht, und es wird ein innovativer Ansatz zur Ermittlung der erforderlichen Richtlinien entwickelt. Die Methode wird anschließend auf ihre Anwendbarkeit in produzierenden Unternehmen erfolgreich überprüft. Sie liefert als Ergebnis eine unternehmensindividuelle Compliance-Richtlinie, die auf die spezifischen Anforderungen und Risiken des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist. Mit dieser Methode erhalten produzierende Unternehmen ein wertvolles Werkzeug, um sich proaktiv auf zukünftige regulatorische Anforderungen vorzubereiten und den verantwortungsbewussten Einsatz digitaler Technologien sicherzustellen – noch bevor gesetzliche Regulierungen greifen.
193
Informationsmodell für Kreislaufstrategien von Investitionsgütern im Maschinen- und Anlagenbau (2025)
Stratmann, Lukas
In der Kreislaufwirtschaft spielt der Werterhalt sowohl endlicher als auch erneuerbarer Ressourcen eine zentrale Rolle, indem diese über möglichst lange Zeiträume im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und des Ziels der Europäischen Union, bis 2050 klimaneutral zu werden, steht insbesondere die produzierende Industrie vor der Verpflichtung, ihre Investitionsgüter nachhaltiger und ressourcenschonender einzusetzen. Eine zentrale Herausforderung, der Unternehmen dabei begegnen, ist das begrenzte Angebot an Informationen über gebrauchte und aufbereitete Investitionsgüter, obwohl diese im Vergleich zu Neuprodukten oft günstiger und umweltfreundlicher sind. Ein Lösungsansatz ist der digitale Produktpass, der durch eine verbesserte Digitalisierung von Produktdaten die lückenlose und effiziente Informationsverfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts gewährleisten soll. Dies ist besonders relevant, da bestehende Informationsdefizite zwischen Herstellern und Nutzern die Implementierung von Kreislaufstrategien erheblich erschweren. Obwohl digitale Produktpässe in der wissenschaftlichen Diskussion zunehmend Beachtung finden, fehlt es bislang an klaren, domänenspezifischen Definitionen ihres Inhalts. In der vorliegenden Dissertationsschrift wird ein Modell entwickelt, welches die erforderlichen Informationsbestandteile entlang des Lebenszyklus von Investitionsgütern im Maschinen- und Anlagenbau definiert. Dadurch wird eine Grundlage für die Gestaltung digitaler Produktpässe geschaffen. Im ersten Schritt werden Kreislaufstrategien identifiziert, die für Investitionsgüter im Rahmen digitaler Produktpässe anwendbar sind. Diese Strategien, zusammengefasst unter der Kategorie unternehmensübergreifender Werterhalt, umfassen Reuse, Remanufacturing und Repurposing. Darauf aufbauend wird ein ökosystembasierter Ansatz verwendet, um das Unternehmensnetzwerk zu beschreiben, das am nachhaltigen Lebenszyklus einer Maschine beteiligt ist. Im Rahmen einer Klassifikation wird festgelegt, welche Daten für einen digitalen Produktpass erforderlich sind, um insbesondere die Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Zu den wesentlichen Datenkategorien gehören Produkt-, Nutzungs-, Netzwerk- und Nachhaltigkeitsdaten. Die Ergebnisse dieser Vorarbeiten führen schließlich zu einem Erklärungsmodell, das die Informationsentitäten und das zugrunde liegende Ökosystem integriert und die Verantwortlichkeiten für die Bereitstellung der erforderlichen Daten definiert. Die Validierung des Modells erfolgte anhand von Fallstudien mit den Unternehmen Schaeffler, BMW, Reifenhäuser und PTC, welche die praktische Anwendbarkeit des Modells bestätigten.
192
Risikobasierte Gestaltung von Subskriptionsmodellen im Maschinen- und Anlagenbau (2024)
Lenart, Martin
Die Zielsetzung dieses Dissertationsvorhabens bestand in der Entwicklung eines Vorgehens für die risikobasierte Gestaltung von Subskriptionsmodellen. Mit den Ergebnissen dieser Arbeit werden Unternehmen dazu befähigt, Subskriptionsmodelle zu entwickeln und dabei Chancen und Gefahren gemäß den Randbedingungen des Unternehmens zu optimieren. Die Grundlage für diese Arbeit stellte die Erhebung von zehn Fallstudien dar. Basierend auf den Fallstudien konnten Gestaltungs- und Einflussgrößen abgeleitet werden. Gestaltungsgrößen sind die durch den Anbieter veränderbaren Größen zur Gestaltung des Subskriptionsmodells. Einflussgrößen wiederum stellen Größen aus dem Umfeld des Anbieters dar, welche einen Einfluss auf beispielsweise die Attraktivität oder den Erfolg eines Subskriptionsmodells haben können. Anders als Gestaltungsgrößen lassen sich Einflussgrößen nicht oder nur schwierig durch den Anbieter beeinflussen. Sie stellen feste Rahmenbedingungen dar, die bei der Konzeption und Planung eines Subskriptionsmodells berücksichtigt werden müssen. Unter dem Begriff „Risiko“ wurde im Rahmen dieser Arbeit die ambivalente Auffassung eines Risikos sowohl als Gefahr als auch als Chance vertreten. Es wurden folglich Gefahren und Chancen von Subskriptionsmodellen beschrieben. Diese Gefahren und Chancen sind im engen Kontext mit der Gestaltung des Subskriptionsmodells sowie dem Unternehmensumfeld des Anbieters zu sehen. Bei der Beschreibung der Risiken wurde auf die zuvor beschriebenen Gestaltungs- und Einflussgrößen Bezug genommen. Jede beschriebene Chance oder Gefahr nimmt Bezug auf diejenigen charakteristischen Einfluss- und Gestaltungsgrößen, welche die Basis für die jeweilige Chance oder Gefahr darstellen. Durch das Eingehen von Risiken kann auch auf einem gesättigten Markt, in dem eine Differenzierung allein über das Produkt zunehmend schwieriger wird, ein strategischer Vorteil erlangt werden. Das entwickelte Vorgehensmodell dient der Unterstützung des Anwenders zur Umsetzung der Inhalte dieser Dissertationsschrift. Der Anwender ist dabei ein Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, welches sich in der Konzeptionsphase eines Subskriptionsmodells befindet. Im Rahmen des Vorgehens werden die zuvor beschriebenen Modelle integriert und in einer stringenten Abfolge von Tätigkeiten für eine risikobasierte Gestaltung von Subskriptionsmodellen überführt.
191
Systematische Konfiguration der Resilienz in der Beschaffung (2024)
Spiß, Maria
Die Relevanz zur Vorbereitung auf Störungen nimmt durch das volatile Umfeld, steigende Komplexität und zunehmende Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Akteuren in Supply-Chains für produzierende Unternehmen zu. Häufig verfolgte Ansätze zur Schaffung effizienter Strukturen und Reduktion von Kosten erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Störungen. Vergangene Störungen haben dabei insbesondere zu Problemen im Bereich der Beschaffung geführt. Der Aufbau von Resilienz unterstützt den Umgang mit unvorhersehbaren Ereignissen. Je höher die Resilienz ist, desto geringer ist der negative Einfluss einer Störung und desto schneller ist eine Rückkehr in den ursprünglichen oder einen besseren Zustand möglich. Obwohl der Bedarf zur Steigerung der Resilienz von vielen Unternehmen erkannt wird, wird dies häufig nicht systematisch umgesetzt. Herausforderungen beim Aufbau einer resilienten Beschaffung stellen mangelndes Wissen über das multidimensionale Resilienzkonzept und konkrete Gestaltungsoptionen sowie fehlende praktische Methoden für den gezielten Aufbau der Resilienz dar. Insbesondere die Auswahl und Kombination der richtigen Maßnahmen wird aufgrund nicht ausreichend beschriebener Beiträge der Maßnahmen zur Resilienz erschwert. Ziel der vorliegenden Dissertationsschrift ist daher die Entwicklung einer Methode zur systematischen Konfiguration der Resilienz in der Beschaffung. Die entwickelte Methode ermöglicht Unternehmen die strukturierte Auswahl und Kombination von Gestaltungsoptionen in der Beschaffung unter Berücksichtigung der verschiedenen Komponenten und Zielrichtungen der Resilienz. Hierzu wird zunächst ein Ordnungsrahmen zur Beschreibung und Strukturierung der Resilienz entwickelt und für den Kontext der Beschaffung konkretisiert. Als wesentliche Grundlage für die systematische Konfiguration der Resilienz erfolgen anschließend die Entwicklung eines strukturierten Resilienzpotenzialkatalogs und die Identifikation von Potenzialkategorien. Resilienzpotenziale stellen dabei Gestaltungsoptionen zum Aufbau der Resilienz dar. Die Methode zur systematischen Konfiguration der Resilienz führt die entwickelten Ergebnisse zusammen und stellt die praktische Anwendbarkeit sicher. Durch die ganzheitliche Betrachtung der Resilienz und der Resilienzpotenziale kann eine gezielte Gestaltung der Resilienz erreicht werden, die bislang aufgrund eines fehlenden Verständnisses der relevanten Aspekte der Resilienz und der Wirkung der Gestaltungsoptionen erschwert wurde.  (Quelle: https://www.apprimus-verlag.de/systematische-konfiguration-der-resilienz-in-der-beschaffung.html)
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